Nochmals Natur pur – Sonntag, 27. Juli 2014

Eigentlich hätten wir heute in Calgary nochmals einen Tag „Hop on – Hop off“ zu gut gehabt, da Tony der Geschäftsführer uns dieses Angebot nach Beantwortung seiner Frage „How are you doing?“, gemacht hatte. Aber:

Nach einem Tag in der Stadt wollten wir nochmals raus aufs Land. Kananaskis Country stand auf dem Programm, das Land der Cowboys, westlich von Calgary bis zu den Rockies sich hinziehend.

Nachdem wir die beengenden Verhältnisse in der RV-eigenen Dusche auch noch kennenlernen durften, machten wir uns auf dem Weg Richtung Westen. Von topfeben geht die Landschaft über in hügelig um dann in den Rockies ihren Höhepunkt zu finden. Rund um Calgary ist fruchtbares Farmland, gerade geht die Rapsblüte ihrem Höhepunkt zu. Zudem liegen hunderte von Heuballen auf den Feldern; nicht in hässliche weisse Folie verpackt, sondern mit einem grünen Fliess umgeben. Schön und beruhigend anzusehen. Was uns zu diesem Thema aufgefallen ist: Die Schweizer Bauern haben mehrheitlich die grösseren Maschinen wie die Farmer hier!?

Nach rund ¾ Stunde Fahrt bogen wir vom Transcanada Highway ab und fuhren ins Kananaskis Valley bis zum Kananaskis Village, welches für die Olympischen Winterspiele 1988 erbaut wurde. In der Umgebung fanden, neben Lake Louise, die Alpinen Wettkämpfe statt. Auch heute noch besteht Kananskis Village aus einer Lodge, einem Bike Rental sowie einem Souveniershop. Der Rundgang im und ums Dorf war so schnell erledigt und einmal mehr wurde bestätigt, dass in Reiseführern masslos übertrieben werden kann.

So konnten wir uns dem nächsten Projekt widmen: Jasmin sollte nochmals ausreiten dürfen, weshalb wir zur Boundary Ranch fuhren. Nur: sie wollte, wie bereits in Waterton, partout nicht! Ihr Problem: sie hatte Angst den Reitguide nicht zu verstehen. Um die nicht enden wollende Diskussion zu beenden, entschied sich Marco, die Welt auch wieder einmal aus einem Pferdesattel aus zu betrachten. Eine Stunde später kam Jasmin strahlend von ihrem Ausritt zurück und erzählte, dass ihr Cowgirl aus Australien stamme, „McLeods-Töchter“ kenne, dass sie mit 8 Monaten zum ersten Mal auf einem Pferd gesessen und mit 18 Monaten ihr erstes Pferd geschenkt erhalten habe (Papi ist Reitlehrer), dass sie für Kost und Logis sowie ein kleines Entgeld im Sommer auf der Ranch arbeite, im Winter dann im nahegelegen Skigebiet tätig sei. Und die genau gleiche Jasmin, wie oben schon erwähnt, hat Angst den Guide nicht zu verstehen?!? Ach ja: den Namen des Pferdes – Silver – kennt sie, den des Cowgirls nicht.

Nach einem riesigen Glacé (in der Schweiz bekäme man für den gleichen Preis, 5 $, gerade mal eine kleine Kugel oder anders gesagt: für die Portionen die in Kanada abgegeben werden, bezahlt man in der Schweiz locker 10 oder noch mehr Franken) fuhren wir zurück Richtung Calgary. Dieses Mal nahmen wir aber den Highway 68, eine rund 36 Kilometer lange Strasse welche nur zur Hälfte geteert ist, der Rest wird mit „… Pavel ….“ bezeichnet. Nicht nur wir hinterliessen eine dicke Staubwolke, zum Glück ist die Strasse nicht viel befahren. Dafür fanden wir den einen oder anderen schönen Flecken dieser Welt.

Da wir diesen Teil des Transcanada Highway dank mehreren Fahrten bereits kennen, entschied Marco, über Land zu fahren. So lernten wir neben eindrücklichen Landschaften u.a. die sehr stark expandierenden Orte Cochran und Airdrie etwas näher kennen. Nur wenige Kilometer nördlich von Calgary gelegen, profitieren sie von dem dort anhaltenden Bau- und Wirtschaftsboom und stampfen ganze Quartiere (inkl. Infrastruktur wie Schulen und Sportanlagen) innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden.

Ein so schöner Tag kann leider auch nicht ewig dauern. Zurück zum Standplatz und ein letztes Mal Risotto von Marco geniessen.

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