Vorbereitung – Sonntag, 20. Juli 2014

Vorbereitung – Sonntag, 20. Juli 2014

Heute begannen Marco und ich mit der Vorbereitung auf den dritten Lebensabschnitt: Wir fuhren wiederum rund 60 km nach Milette Hot Springs. Dieser, nahe der Ostgrenze des Jasper National Parks gelegene Ort ist bekannt für seine Quellen. 54°C warmes Wasser entspringt, wird auf angenehme 37 resp. 40°C abgekühlt, so dass man gemütlich im Wasser liegend die atemberaubende Bergwelt geniessen kann. Es gäbe auch noch zwei kleinere Becken mit kaltem resp. eiskaltem Wasser. Brrr, der kleine Zeh reinstecken genügte.

Dieses Vergnügen lässt sich leider nicht ewig geniessen. Nach einer Stunde packten wir wieder zusammen und fuhren zurück Richtung Jasper. Wäre nicht ein Zwischenstopp eingelegt worden, ich wäre nach soviel Entspannung während dem Fahren eingeschlafen.

Da wir gestern zu spät dran waren, holten wir heute den Besuch des Maligne Canyon nach. Eigentlich sind Trails angelegt, die ein stundenlanges Wandern ermöglichen. Leider musste aber (aus uns unbekannten Gründen) die Brücke Nr. 5 geschlossen werden, so dass wir nur den Abschnitt vom Trailbeginn bis zur Brücke Nr. 2 absolvieren konnten. Faszinierend zu beobachten, welche Kraft Wasser hat. Das spezielle an diesem Canyon ist, dass weniger Wasser in den Canyon einfliesst wie raus: unterirdische Höhlen (vermutlich eines der grössten noch unerforschten Höhlensysteme der Welt) speisen den Maligne River während dem Durchfluss durch den Canyon.

Der Name des Canyons kommt aus dem Französischen und geht zurück auf einen Belgischen Priester, der beim Überqueren des Flusses ihn als „malin“ betitelt haben soll.

Auch dieser Tag verging wieder wie im Fluge. Für einen grösseren Abstecher in die Umgebung blieb keine Zeit mehr, so dass ich meiner Familie das Erlebnis „public laundry“ näher bringen wollte: bepackt mit verschiedenen Wäschesäcken machten wir uns im Jasper Laundry Saloon breit und belegten gleich drei Maschinen. Während ich mir mit jahrealter (ein Exemplar stammt aus dem Mai 1998) herumliegender Lektüre bis zum Maschinenwechsel die Zeit vertrieb (v.a. Reise- und Eishockeyzeitschriften) suchte meine Familie nach einem guten Lokal für ein Nachtessen auswärts. Wir sollten im „Famoso“ landen, einem feinen aber etwas lauten „Napolitanischen Restaurant“.

Unser RV war beim Bahnhof geparkt, wo gerade einer von täglich unzähligen Güterzügen passierte. Dank der Langsamkeit des Zuges und der etwas unklaren Verkehrsführung in Jasper, sollte es uns möglich sein, ausserhalb Jaspers vor grandioser Rocky Mountains-Kulisse noch ein paar Bilder von ihm zu schiessen. Auf dem Rückweg durch Jasper zu unserem Campground trafen wir noch auf einen eher ungewöhnlichen Einwohner: ein Karibu machte es sich im Vorgarten eines Hauses gemütlich und bediente sich am Rasen und an Sträuchern. Und von Angst gar keine Spur: rund ein Dutzend Fotografen umringten es, es liess sich bei seinem Nachtessen nicht stören.

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