Zurück in die Zivilisation – Freitag, 25. Juli 2014

Zurück in die Zivilisation – Freitag, 25. Juli 2014

Eine heftige Windböe weckte mich. Zwar nicht mehr so stark wie gestern, als mann/frau mit dem Wind kämpfen musste und das eine oder andere Zelt dem Sturm nicht standhalten konnte. Anscheinend hatten diese Naturgewalten auch einige Camp- und Naturfreunde von der Anreise oder vor dem Bleiben abgehalten: der eigentlich ausgebuchte Campground schien nur halb besetzt.

Heute hiess es für uns definitiv die Rückreise an den Ausgangspunkt unserer Rundreise und somit in die Zivilisation anzutreten. Rund 270 km oder wenigstens einen Teil davon hiess es bis heute Abend zurückzulegen. Wir freuten uns auf die atemberaubende Landschaft welche wir wenigstens vom RV aus noch bewundern konnten, waren aber etwas traurig, waren die letzten knapp vier Wochen doch unheimlich schnell vorbeigegangen.

Jasmins Wunsch war es, den Bisons nochmals einen Besuch abzustatten. Da ihre Anlage an unserer Route lag, war dem nichts entgegenzusetzen. Für die Mädchen hiess das dann gleich, eine weitere Fahrstunde zum Thema „schmale Strasse, enge Kurven und Schlaglöcher“. Marco überliess ihnen nach Durchfahrt des Viehgatters das Steuer. Wiederum sahen wir einen Bullen alleine an einem See grasen. Auf die Herde mit den Jungtieren stiessen wir erst später: sie hatten sich seit gestern aus den schützenden Hügeln an einen See begeben, wo die älteren Tiere friedlich Gras frassen, die vier Jungtiere den einen oder anderen Zweikampf austrugen. Wir wurden ein bisschen böswillig und wünschten uns ein weiteres Tier, welches von hinten auf die Fahrzeugkolonne zukommen sollte, denn: eine Touristin war aus dem Auto ausgestiegen um ihre Fotos zu machen. Die Mädchen fragten dann nur, welchen Teil vom Satz „Please stay in the car“ sie wohl nicht verstanden habe.

Nach diesem wiederum eindrücklichen Besuch fuhren wir auf dem Highway N° weiter Richtung Norden. Unser Vehikel hatte mit dem Wind zu kämpfen, war er doch immer noch sturmmässig. Kurz vor Pincher rüttelte es besonders stark am RV, gefolgt von einem nicht sehr positiv tönenden Rumpeln. Marcos Blick an den linken Dachrand bestätigte seine Befürchtungen: das den (ausgefahrenen) Slide-out schützende Segel war ausgerissen und die Stange schlug gegen den Camper. Zum Glück war nur wenige hundert Meter entfernt eine Einfahrt zu einer Farm, so dass Marco die Fahrerseite dem Wind abgewandt hinstellen konnte. Weder an eine Reparatur noch ans Weiterfahren war so zu denken. So nahm Marco sein Werkzeugtool Marke „Viktor Inox“ hervor um die Blache kurzerhand abzuschneiden. Zum Glück kam der Farmer gerade vorbei und konnte ihn mit einem Schaufelbagger en miniatur auf die notwendige Höhe anheben. Das Segel wurde im Wohnbereich des Campers verstaut. Ab diesem Augenblick war es einiges ruhiger während der Fahrt, hatte der Wind doch nichts mehr zu rütteln. Um es klar zu stellen: Der Slide-out war während der Fahrt natürlich eingefahren, gäll Beat.

Die Winde wurden nicht schwächer und kamen sicher nicht von hinten. Marco war gefordert und konnte trotzdem auch die Landschaft geniessen. Wir kamen zügig voran und da uns kein Ort mehr zum Anhalten geschweige denn Uebernachten angemacht hatte, fuhren wir weiter bis nach Calgary. Ungünstig nur, dass wir keine Campgroundreservation vorgenommen hatten, denn am Wochenende sind nicht nur die Touristen unterwegs, auch die Kanadier satteln ihre fahrbaren Häuschen und gehen auf Tour. So landeten wir wieder einmal auf einem „Overflow“ Campground. Wenigstens mussten wir nicht auf der Strasse übernachten.

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